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Silber – das weiß glänzende Edelmetall

Vergrößerte Ansicht auf facettierte Silberlinge auf schwarzem Hintergrund

Silber gilt als eines der beliebtesten und vielseitigsten Edelmetalle: Es ist weich, dehnbar und sticht durch sein strahlend weißes sowie metallisches Glänzen ins Auge. Der Name des Metalls leitet sich von den altnordischen Sprachen ab: Das gotische Volk benutzte den Begriff “silubr”, die Germanen “silabra”, um etwas Helles oder Weißes zu beschreiben.

Die Chemie kürzt den Namen des Materials mit “Ag” ab. Dieser Terminus hat seinen Ursprung in dem lateinischen Wort “argentum”, was sich von dem griechischen “argyrus” ableitet und mit “metallisch-weiß” übersetzen lässt.

Schon gewusst? Der südamerikanische Staat Argentinien ist nach dem Edelmetall benannt, weil es dort große Silbervorkommen gibt.

Erfahre im Folgenden Näheres über den Feingehalt und die verschiedenen Legierungen des beliebten Edelmetalls. Informationen zur Geschichte, zum Vorkommen und zur Verwendung von Silber findest du in unserem Überblick über Edelmetalle.

Kleiner Fels aus Silber auf weißem Hintergrund

Inhaltsverzeichnis

Gewicht und Feingehalt des metallisch glänzenden Metalls

Das Gewicht von Silber wird üblicherweise in Feinunzen angegeben. Eine Feinunze entspricht 31,103 Gramm, was sich auf 100 Prozent reines Silber bezieht.

Die Feinheit gibt den Anteil an reinem Silber gegenüber dem Gesamtgewicht an. Übrigens: Im Deutschen Reiche wurde der Silberanteil in Legierungen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts noch in Lot deklariert und der Feingehalt als “Lötigkeit” bezeichnet. Wie bei Gold bildete die Grundlage hierfür die Kölner Mark, welche in 16 Teile zerlegt wurde und im Gesamten einem Silbergehalt von 100 Prozent gleichkam.

1888 trat das “Gesetz über den Feingehalt von Gold- und Silberwaren” in Kraft: Infolgedessen entsprachen 16 Lot 1000 Teilen. Seither wird der Feingehalt von Silber in der Einheit Promille, also in Tausendstel des Gesamtgewichts, angegeben. 750er-Silber entspricht einem Anteil von 750 pro 1000 Teilen und hat einen Silbergehalt von 75 Prozent. 12-lötiges Silber beispielsweise kommt dem heutigen 750er-Silber gleich.

Ringe aus Silber mit Diamanten besetzt

Silberlegierungen und ihre Charakteristika

Seine besonderen Eigenschaften machen es unmöglich, in der Schmuckindustrie auf das traditionsreiche Edelmetall zu verzichten. Um die Stabilität des Schmuckes zu erhöhen, besteht er nicht aus reinem Silber, sondern aus einer Legierung. In seiner reinen Form ist Silber nämlich zu weich und nicht dafür geeignet, Geschmeide anzufertigen.

Silberlegierungen sind Verbindungen von Silber und mindestens einem anderen Metall – besonders häufig wird Kupfer als Partner verwendet. Die gängigsten Varianten weisen einen Feingehalt von 800, 835, 925 und 935 Tausendstel Teilen Silber auf. Eine gute Qualität beginnt in der Regel jedoch erst bei 925er-Silber.

Was zeichnet die verschiedenen Legierungen aus?

Feinsilber – das Münzmetall

Feinsilber weist einen Silbergehalt von 99,9 Prozent auf und eignet sich aufgrund der fehlenden Stabilität nicht für Schmuck. Das 999er-Silber wird daher hauptsächlich für Barren und Anlagemünzen verwendet.

Silbermünzen und Silberbarren

Britannia-Silber – für Besteck geeignet

Britannia-Silber ist eine Silber-Kupfer-Legierung mit einem Mischungsverhältnis von 95,8 Prozent Feinsilber und 4,2 Prozent Kupfer. Es kommt wegen seiner hohen Feinheit vor allem in Form von Silberbesteck oder Münzen vor.

Silberbesteck Vintage mit Löffeln Messer und Gabel

Argentium-Silber – hart und beständig

Eine weitere Variation mit einem Silberanteil von über 90 Prozent bildet das Argentium-Silber. Es hat einen Silbergehalt von 93,5 bis 96 Prozent und ist damit härter und beständiger als das bekannte Sterlingsilber. Seine Härte erhält das Gemisch durch den Zusatz des Elements Germanium.

Das hochwertige 935er-Silber

Die Legierung – reiner, heller und teurer als das beliebte 925er-Silber – wird vorwiegend für höherwertigen Schmuck eingesetzt, denn sie ist gleichzeitig stabil und sehr wertig. 935er-Silber lässt sich gut für emaillierte Geschmeide nutzen: Sowohl antike als auch moderne Schmuckstücke mit dieser Legierung sind auf dem Markt auszumachen.

Sterlingsilber – die bekannteste aller Silberlegierungen

Das am häufigsten für Schmuck verwendete 925er-Sterlingsilber hat einen Feinsilbergehalt von 92,5 Prozent. Zusätzlich zu dem Silberanteil enthält es 7,5 Prozent Kupfer, wodurch eine leicht rote Nuance entsteht. Darüber hinaus wird die Legierung härter, weshalb sich keine Risse auf der Oberfläche des Schmuckes bilden.

Ring von Tiffany & Co. aus 925er-Sterlingsilber

Wusstest du schon? Der Name stammt von der britischen Währung „Pfund Sterling“ ab, deren Münzen daraus gefertigt waren.

Ein Pfund-Silbermünze der britischen Währung Pfund Sterling

835er-Silber

835er-Silber war lange Zeit verbreitet – unter anderem für Tafelsilber, Vasen, Schalen und Schmuck wurde es genutzt. Die Legierung konnte sich in diesen Bereichen allerdings nicht als Standard durchsetzen, weshalb das 925er-Sterlingsilber sie ersetzte. In gebrauchter Form sind Gegenstände aus 835er-Silber noch heute auf dem Schmuckmarkt zu finden.

Antike Gegenstände wie Schalen und Besteck aus Silber

Juweliersilber

Juweliersilber besteht zu 80 Prozent aus Feinsilber, den restlichen Anteil machen Kupfer und andere Metalle aus. Die Legierung wird für Silberbesteck, Tafelsilber und andere Gegenstände verwendet.

Neusilber

Des Weiteren gibt es das korrosionsbeständige Neusilber, was trotz seines Namens kein Silber enthält, sondern sich üblicherweise aus 60 Prozent Kupfer, 20 Prozent Nickel und 20 Prozent Zink zusammensetzt. Teilweise sind auch Beimischungen von Stoffen wie Blei, Eisen, Mangan oder Zinn enthalten.

Der Begriff “Neusilber” kommt daher, dass die Legierung ein silberähnliches Aussehen aufweist. Sie ist allerdings vorwiegend zur Herstellung von Essbesteck, Musikinstrumenten, Medaillen und Münzen gebräuchlich, für Schmuck eignet sie sich nicht.

Trompete aus Silber Seitenansicht

Wie bemisst sich der Silberwert?

Wenn du wissen möchtest, wie viel dein Schmuckstück Wert ist, kannst du dies einfach berechnen: Zunächst wiegst du dein Geschmeide mit einer handelsüblichen, feinen Waage. Das Gewicht multiplizierst du mit der Feinheit in Tausendsteln – hat dein Schmuck beispielsweise einen Gehalt von 750, nimmst du das Gewicht mit 0,750 Mal. Dein errechneter Wert entspricht dem enthaltenen Silber.

Um den reinen Silberwert zu ermitteln, multiplizierst du schließlich den Silbergehalt mit dem aktuellen Silberpreis. Eine Übersicht zum aktuellen Wert findest du hier: Silberkurse

Unsere aufregenden Silber-Schmuckstücke

Schon seit Jahrhunderten wird Argentum zu Schmuck verarbeitet – und mutet immer stilvoll und modern an. Aufgrund seiner zeitlosen Eleganz lässt sich Silberschmuck zu jedem Anlass tragen. Er bietet zahllose Optionen zur Kombination und ist ein absoluter Blickfang.

Zwei Silberringe

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