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Bernstein – das altehrwürdige Juwel

Roher, ungeschliffener Bernstein

Seit jeher gilt er als Zeichen von Luxus und Macht: der Bernstein. Er zählt zu den ältesten und bekanntesten Schmucksteinen der Welt. Schon seit Jahrtausenden findet er in hochwertigen Geschmeiden Verwendung und zieht die Menschen in seinen Bann. Auch als Heilstein, der sich positiv auf Körper und Geist auswirkt, ist er bekannt. Doch welche Eigenschaften machen den Edelstein so besonders? Erfahre mehr und entdecke die Welt des altehrwürdigen Juwels! 

Inhaltsverzeichnis

Wortursprung des gelben Steins

Der Terminus “Bernstein” stammt von dem mittelniederdeutschen „bernestein“ ab, was sich mit “Brennstein” übersetzen lässt und von „bernen“ (brennen) ableitet. Der Begriff geht darauf zurück, dass der Stein leicht brennbar ist – schon mittels eines Streichholzes lässt sich Bernstein in Brand setzen.

Die alten Griechen verliehen ihm den Namen „elektron“. Das deutet auf ein weiteres Merkmal des Juwels hin, denn trockener Bernstein lädt sich durch Reibung elektrostatisch auf. In antiken Haushalten fand er daher seinen Einsatz als Kleiderbürste, um Staub und Schmutz anzuziehen. Zudem wird “elektron” mit „Hellgold“ übersetzt, was auf die Farbe des Edelsteins zurückzuführen ist. Das Wort entspringt der indogermanischen Sprache und bedeutet so viel wie “hell, glänzend, strahlend”.

Im antiken Griechenland setzte sich außerdem der Begriff “Lyncirium” für “Luchsstein” durch, weil die Griechen annahmen, der Bernstein habe sich aus dem Harn des Luchses entwickelt und sei durch die Sonnenstrahlen hart geworden. Häufig vertraten sie auch die Ansicht, es handelte sich um ein neu gebildetes Wort, abgeleitet von “Ligurium”. Mit diesem Begriff kennzeichneten sie Produkte von Ligurern – einer vorrömischen Bevölkerung.

Die Römer kannten den Bernstein als „succinum“, herstammend von „succus“ als Terminus für Saft oder eine dicke Flüssigkeit. Der Ausdruck lehnt sich an die Annahme an, der Edelstein habe sich aus Baumsaft gebildet.

Im Arabischen ist der Bernstein als “anbar” geläufig. Von diesem Wort leitet sich der Name für das Juwel in vielen Sprachen her: Englisch = amber; Französisch = ambre jaune, Spanisch = el ámbar, und Italienisch = ambra.

Vorwiegend an Küsten zu finden, ist der gelbe Schmuckstein auch als „Gold des Meeres“ bekannt.

Leuchtender ungeschliffener Bernstein

Wie entsteht Bernstein?

Vor Millionen von Jahren floss das Baumharz aus Kiefern und anderen Nadelhölzern heraus und wurde hart. Große Mengen davon senkten sich durch Wasser und Eis in tiefe, durch Sedimentation entstandene Gesteine ab. Sand und neue Gesteinsschichten bedeckten das Harz und nach Jahrmillionen bildete sich aufgrund des Drucks und des Luftmangels schließlich Bernstein heraus.

Die fossilen Harze entstanden in verschiedenen Epochen: Die ältesten sind schon über 300 Millionen Jahre alt. Ein Großteil aller Bernsteine entwickelte sich aber im Tertiär vor 55 Millionen Jahren.

Noch nicht vollständig zu Bernstein herangewachsene Harze, die nur wenige Jahrtausende alt sind und in tropischen Flüssen vorkommen, zählen zu den Kopalen.

Wichtig zu wissen: Der Terminus „Bernstein“ bezieht sich auf alle fossilen Harze mit einem Alter von über einer Million Jahre.

Zähflüssiger Bernstein tropft von einem Ast

Historische Besonderheit: Der Mythos des Bernsteinzimmers

Im Jahr 1716 schenkte der preußische König Friedrich I. dem russischen Zaren Peter der Große das berühmt-berüchtigte Bernsteinzimmer: Wandverkleidungen und Möbel aus sechs Tonnen Bernstein schmücken den faszinierenden Raum.

Zarin Elisabeth ließ das Zimmer zunächst im Winterpalast und später im Katharinenpalast in Puschkin einbauen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Raum zur Sicherheit demontiert und nach Königsberg gebracht. Seit sich 1944 zwei Luftangriffe auf das Königsberger Schloss ereigneten, ist das Bernsteinzimmer verschollen und es existieren zahlreiche Legenden und Spekulationen über dessen Verbleib.

Bernsteinzimmer m-Katharinenpalast-in-Russland

Wo triffst du auf den Edelstein?

Der gelbe Schmuckstein lässt sich – abgesehen von der Polarregion – überall finden, vorwiegend in den nördlichen und gemäßigten Breiten der Erdhalbkugel. Der Grund hierfür liegt darin, dass sich dort vor Millionen von Jahren Bernsteinwälder befanden.

Heutzutage treiben die Meere beachtliche Harzmengen an die Küsten: Besonders große Bestände gibt es in der südlichen Ostseeregion in den zum Baltikum gebündelten Ländern Lettland, Litauen und Estland. Der dort beheimatete Bernstein ist als “Baltischer Bernstein” bekannt.

Ungeschliffener baltischer Bernstein

Darüber hinaus ist das fossile Harz in England, Italien, Portugal, Spanien, Mexiko, Kanada und Japan zu finden. Genauso tritt es im Libanon, in der Dominikanischen Republik, auf Madagaskar und Borneo auf. Auch in Deutschland gibt es Bestände des Edelsteins – hauptsächlich in östlichen Regionen wie Bitterfeld. Von weltweit mehr als 80 Arten am häufigsten vorkommend ist der Succinit, der die meisten harzigen Relikte des baltischen Bereichs zusammenfasst.

Kopale hingegen sind in tropischen und subtropischen Regionen wie dem Malaiischen Archipel, West- und Ostafrika, Neuseeland, Kolumbien oder Madagaskar auszumachen.

Charakteristika des versteinerten Relikts

Das fossile Harz weist zahlreiche Eigenschaften auf, welche den Stein besonders machen und anhand derer sich seine Qualität bestimmen lässt.

Die Farbe “Bernstein” als kennzeichnende Nuance

Der Bernstein zeigt eine große Palette an Nuancen: Von farblosen und weißen Steinen über hellgelbe und goldgelbe Exemplare bis hin zu welchen in Rot- und Brauntönen ist alles vertreten. Seltener kommen dunkelbraune bis schwarzgraue Varianten vor. Am häufigsten sind Juwelen in Gelb und Braun mit honigfarbenem Schimmer vorzufinden. Diese charakteristische Schattierung ist als “Bernstein” bekannt und hat als eigenständige Nuance in der deutschen Sprache Bestand.

Wie entstehen die spezifischen Farbtöne? Kleine, eingeschlossene Luftbläschen lassen den Edelstein beispielsweise in einem milchigen Gelbton erscheinen. Durch mineralische Einschlüsse wird er elfenbeinfarben, durch eingeschlossene organische Materialien schimmert er blau. Eine rötliche Couleur erhält der Stein durch die Lagerung in einem eisenhaltigen Gestein und die Nuance Grün resultiert aus fein verteiltem Pyrit.

Bernstein in verschiedenen Varianten

Gewicht und Größe des Schmucksteins

Das gelbe Juwel ist von Natur aus sehr leicht: Ein Karat wiegt etwa 0,2 Gramm. Damit ist es nur geringfügig schwerer und dichter als Wasser, weshalb es in Süßwasser sinkt. In Salzwasser hingegen schwimmt der Edelstein, weshalb er sich vorrangig an Küsten entdecken lässt.

Die Größen von Bernstein variieren stark: Die meisten gefundenen Stücke sind in etwa so klein wie Kieselsteine und von größeren Bernsteinen abgesplittert. Größere Funde kommen sehr selten vor.

Der ideale Bernstein-Schliff

Der Schliff des Bernsteins orientiert sich jeweils an seiner Rohform – nur die Oberfläche erhält ein glattes Äußeres. In Schmuckstücken finden sich daher vorwiegend Bernsteine im facettenlosen Cabochonschliff oder als individuell geformte Perle wieder. Wegen seiner Struktur verstärkt der Cabochonschliff perfekt den Glanz, der dem Stein innewohnt.

Bernstein im Cabochonschliff

Fenster in die Vergangenheit

Normalerweise kennzeichnet eine hohe Transparenz einen qualitativ hochwertigen Bernstein. Schmuckstücke mit natürlichen Einschlüssen wie Insekten oder andere Fossilien sind jedoch besonders begehrt. Für sie ist der Begriff “Inklusen” gebräuchlich.

Vor Millionen von Jahren hat das Harz die Inklusen eingeschlossen, die nun lebensecht und in dreidimensionaler Form in den gelben Steinen bestaunt werden können. Insbesondere zart geflügelte Insekten lösen mit all ihren kleinen Details größte Bewunderung aus.

In der Regel sind keine jedoch keine Bestandteile des Lebewesens mehr enthalten: Es handelt sich um den Abdruck des ehemaligen Körpers oder um einzelne, perfekt konservierte Gewebeteile. Sie fungieren als Zeitzeugen einer bestimmten Ära und legen das Leben vor Millionen von Jahren offen, weshalb sie häufig als “Fenster in die Vergangenheit” bezeichnet werden.

Bernstein mit Spinne als Inkluse

Wie setzt sich das fossile Harz zusammen?

Chemisch betrachtet besteht ein Bernstein aus einem uneinheitlichen Stoffgemisch: Ein Großteil dessen macht mit 67-81 Prozent die Komponente Kohlenstoff aus. Der Rest teilt sich auf Wasserstoff und Sauerstoff auf, seltener ist mit maximal einem Prozent auch Schwefel enthalten. Aufgrund von weiteren eingelagerten mineralischen Ingredienzen können andere Elemente ebenfalls in dem Gemisch vorkommen.

Mit einer Mohshärte von 2 bis 2,5 ist die Bernsteinart Succinit relativ weich, weshalb es sogar möglich ist, Furchen in seine Oberfläche zu ritzen. Der Bernstein ist aufgrund seiner geringen Härte somit weder ein Mineral noch ein Gestein – wegen seiner Eigenschaften zählt er jedoch zu den Schmucksteinen.

Andere Varianten wie die Braunharze sind viel härter und erlauben es nicht, sie mit Kratzern zu versehen. Goitschit, Bitterfeldit und Kopal sind noch weicher als der Succinit und wieder andere Arten wie der Pseudotantienit haben eine gummiartige Konsistenz. Aber auch zähe Edelsteine wie der Beckerit gelten als Bernstein.

Im Handel ist häufig “Pressbernstein” zu finden, bei welchem es sich nicht um echten Bernstein handelt, sondern um ein Produkt aus verschiedenen Resten: Die einzelnen Stücke werden gereinigt, erwärmt und zusammengepresst.

Besondere Varietäten

Die Variationen der Bernsteinart Succinit lassen sich nach ihrem Grad der Trübung differenzieren:

Bernstein mit unterschiedlichen Trübungsgraden

Welche Naturformen gibt es?

Insgesamt lassen sich primäre und sekundäre Naturformen unterscheiden: Die primären entwickelten sich direkt beim Ausfluss des Harzes, weshalb sie als “Flussformen” bekannt sind. Dazu gehören: Schlauben, Zapfen, Tropfen, Fliese und Knollen.

Sekundäre Naturformen bildeten sich aufgrund von Verwitterungen und Beanspruchungen beim Transport bis in die Lagerstätte. Dieser Gruppe zugehörig sind: Erdstein, Seestein und Geröll.

Wie erkennst du einen Bernstein?

Wenn du dir nicht sicher bist, ob es sich bei einem Edelstein um einen Bernstein handelt, hilft dir die kurze Übersicht. Bernstein lässt sich anhand folgender Kriterien als solcher bestimmen:

Bernstein …

roher, ungeschliffener Bernstein

Wirkung und Bedeutung des gelben Juwels

Der Besitz einer Bernsteinkette verhilft sowohl zu äußerem als auch zu innerem Reichtum, denn der Edelstein ist nicht nur in Form von Schmuckstücken überaus begehrt. Auch im Bereich der Esoterik findet er viele Anhänger: Das Juwel ist dort für seine schmerzstillende und beruhigende Wirkung bekannt.

Einflussnahme auf den Körper

Als Heilstein kann der Bernstein die Gesundheit des Menschen fördern, indem er seine Beschwerden lindert und sich positiv auf den Heilungsprozess auswirkt. Eingesetzt wird er vorwiegend bei Magen- und Darmerkrankungen, Gallen- und Leberbeschwerden oder Nieren- und Blasenirritationen. Wegen seiner fiebersenkenden und entzündungshemmenden Effekte soll er außerdem zu Wundertaten bei Gicht und Rheuma verhelfen.

Die Pharmaindustrie verwendet die Säure des Edelsteins, um langfristig das Immunsystem zu stärken und Krankheitserreger zu bekämpfen: Der Stein hilft dem Körper Gift- und Abfallstoffe besser abzusondern, was ihn von Entzündungen, Schmerzen, Reizungen und Krämpfen erlösen soll.

Effekte auf den Geist

Dem Juwel wird nachgesagt, dass es neue Lebensgeister weckt, Glücksgefühle und Lebensfreude schenkt sowie zu psychischer Stabilität führt. Es eröffnet neue Wege zu mehr Stärke und Mut und umgibt den Menschen mit positiven Energien.

Unter dem Kopfkissen liegend, soll der Edelstein zu einem erholsamen und harmonischen Schlaf führen. Zudem soll er das Böse vertreiben sowie seinen Träger vor Gefahren warnen.

Besondere Anlässe

Der Ausdruck „Bernsteinhochzeit“ bezeichnet den vierten und 34. Hochzeitstag, was daher kommt, dass der Stein Einschlüsse und andere kleine Schönheitsmakel aufweist  – ähnlich verhält sich das bei der Bernsteinhochzeit: Das Paar hat in der vergangenen Zeit schon Einiges miteinander durchgemacht. Was eignet sich daher besser als Geschenk für diesen Ehrentag als Bernsteinschmuck?

Closeup von verschiedenen Arten an Bernsteinschmuck

Was kostet Bernstein?

Es ist nicht leicht, den Preis eines Bernsteins zu bestimmen, denn jedes Stück ist ein Unikat. Wie bei anderen Edelsteinen, lässt sich die Qualität und damit der Wert des Juwels jedoch anhand einiger Kriterien bewerten: Der Preis ist abhängig von der Farbe sowie ihrer Intensität, genauso aber auch von seiner Masse und Dichte.

Bräunlichen Bernstein gibt es viel häufiger als gelben, weshalb er vorteilhafter im Preis ist. Auch kleine Steine lassen sich öfters in der Natur finden als größere, weshalb letztere besonders wertvoll sind.

Eine hohe Transparenz spricht ebenfalls für eine gute Qualität. Die Ausnahme bildet Bernstein mit Inklusionen wie Spinnen, Larven, Blättern, Käfern oder Heuschrecken, denn solcher ist um ein Vielfaches exklusiver als ein normaler Stein.

In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach dem gelben Edelstein stark angewachsen. Dementsprechend sind die Preise für Rohbernstein sowie für geschliffene Steine deutlich angestiegen.

Erkunde bernsteinene Schmuckstücke

Die leuchtende Kolorierung des Bernsteins ist das, was ihn zu einem der begehrtesten aller Edelsteine macht. Seit jeher stellen Bernsteinketten für Frauen Preziosen mit hohem Wert dar – ein Zeichen für Luxus und Macht!

Bernsteinkette auf weißem Hintergrund

Auf FineJewels24 findest du zahlreiche aufregende Kreationen bestückt mit dem wertvollen Stein. Tauche ein in die Welt des gelben Juwels und lass dich von unserem Bernsteinschmuck verzaubern!

Informiere dich in unserem Lexikon auch über weitere bekannte Edelsteine wie den Saphir oder den Rubin!

 

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